Ausgaben richtig kalkulieren - diese Regeln helfen Ihnen

Mit dem Thema Finanzen haben nahezu alle Menschen täglich zu tun. Alleine die alltäglichen Ausgaben, beispielsweise für Lebensmittel, Kleidung oder Benzin, fallen in den Finanzbereich. Nicht wenige Menschen geraten leider in die Überschuldung, weil sie ihre Ausgaben nicht im Blick oder im Griff haben. Oftmals wird schlichtweg falsch kalkuliert, was zukünftige Aufwendungen angeht. Dabei gibt es einige Regeln, die Ihnen dabei helfen können, richtig zu kalkulieren und so Ihre Ausgaben realistisch einschätzen zu können. Dabei geht es ausschließlich um alltägliche Ausgaben, die Sie mit einer Faustformel berechnen können.

Autokosten, Kinder, Sparen und Miete richtig kalkulieren

Es gibt im Alltag eine Reihe von Aufwendungen, die für viele Menschen von Bedeutung sind. Während sich die täglichen Ausgaben, beispielsweise für Kleidung oder Lebensmittel, relativ leicht erfassen lassen, wäre es bei anderen Ausgaben zu aufwändig, diese im Detail zu berechnen. An dieser Stelle können sogenannte Faustformeln dabei helfen, relativ genau zu kalkulieren, welche Kosten auf Sie zukommen werden oder würden. Insbesondere bei den folgenden Aufwendungen und Kosten lassen sich Regeln anwenden:

  • Autokosten
  • Kosten für den Nachwuchs
  • Miete bzw. Eigenheim
  • Sparen
  • Rücklagen für den Notfall

Wie Sie diese aktuellen oder auch zukünftigen Ausgaben möglichst genau kalkulieren können, ohne dabei einen großen Rechenaufwand zu betreiben, möchten wir in den folgenden Abschnitten näher erläutern.

Autokosten: von vielen Autofahrern und Kfz-Haltern unterschätzt 

Die Kosten für den eigenen Pkw zählen zu den Ausgaben, die relativ häufig unterschätzt werden. Meistens haben Verbraucher lediglich die Benzinkosten und vielleicht noch die Versicherungsprämie im Kopf, wenn es darum geht, die Gesamtkosten zu ermitteln, die ein Auto verursacht. Dabei werden weitere Kosten häufig außer Acht gelassen, ob diese nun tatsächlich als Ausgaben anfallen oder rein rechnerisch vorhanden sind. Dazu gehören insbesondere:

  • Kfz-Steuer
  • Aufwendungen für Reparaturen
  • Kosten für regelmäßige Inspektion
  • Wertverfall des Fahrzeuges

Insbesondere der Wertverlust ist relativ umständlich zu ermitteln, aber auch die Benzinkosten müssten im Detail berechnet werden. Es gibt jedoch eine Regel, mit der Sie ungefähr berechnen können, mit welchen laufenden Kosten (inklusive Wertverlust) Sie einem eigenen Auto rechnen. Diese Formel ist sehr einfach und lautet:

Faustformel
Laufende Autokosten pro Monat Faustformel: Kaufpreis / 30

Mit dieser Regel können Sie relativ einfach berechnen, wie hoch die monatlichen Betriebskosten Ihres Autos ungefähr sind. Haben Sie beispielsweise einen Kaufpreis in Höhe von 36.000 Euro für Fahrzeug bezahlt, würden sich die monatlichen laufenden Kosten auf rund 1.200 Euro belaufen. Darin ist natürlich auch der regelmäßige Wertverlust des Fahrzeuges enthalten.

Kinder kosten Geld - aber wie viel? 

Zu den weitestgehend unbekanntesten Kosten zählen die Ausgaben, die Eltern für ihre Kinder aufwenden müssen. Dabei summieren sich diese Ausgaben pro Monat oder Jahr deutlich, sodass alleine das monatliche Kindergeld von rund 200 Euro im Normalfall bei Weitem nicht ausreicht, um sämtliche Kosten auch nur annähernd abzudecken. Abgesehen von ersten Anschaffungen vor der Geburt oder kurz nach der Geburt des Kindes sind es vor allem die folgenden Ausgaben, die auf nahezu alle Eltern in den ersten 10 bis 18 Jahren für das eigene Kind zukommen:

  • Lebensmittel
  • Hygieneartikel
  • Kleidung
  • Vereinsbeiträge
  • Ausgaben für Hobby & Freizeit
  • Kindergartenbeiträge / Betreuungseinrichtungen
  • Schulmaterialien
  • Computer / Smartphone
  • Spielsachen 

Die tatsächlichen Aufwendungen sind natürlich von Kind zu Kind unterschiedlich und hängen sicherlich auch vom finanziellen Background der Eltern ab. Allerdings gibt es auch hier eine Regel, an die Sie sich halten können, wenn Sie die ungefähren Ausgaben ermitteln möchten, die vielleicht auf Sie als Eltern zukünftig zukommen.

Regel
Diese Regel lautet, dass ein Kind durchschnittlich pro Jahr Kosten in Höhe von 10.000 Euro verursacht. Bis zur Volljährigkeit können Sie somit davon ausgehen, dass Sie Ihr Kind etwa 180.000 Euro kosten wird.

Was ist günstiger: Eigenheim oder Miete zahlen?

Insbesondere seit der Niedrigzinsphase denken viele Verbraucher verstärkt darüber nach, ob sie sich ein Eigenheim leisten können. Der Vergleich zwischen Miete und den eigenen vier Wänden ist bezüglich der Kosten nicht ganz einfach, denn es muss eine relativ detaillierte Berechnung stattfinden. Sie können allerdings auch hier eine Rechenregel anwenden, nämlich die sogenannte Wohnungsformel. Diese gibt eine Auskunft darüber, ob in Ihrem Fall die Miete günstiger als die Finanzierung eines Eigenheims ist.

Formel
Die Wohnungsformel lautet: Kaufpreis / Jahreskaltmiete

Es handelt sich demzufolge um eine sehr einfache Formel, wobei allerdings das Ergebnis der Berechnung alleine noch nicht aussagekräftig ist. Dazu benötigen Sie eine weitere Information. Mit der Wohnungsformel berechnen Sie einen bestimmten Quotienten. Es handelt sich dabei um das sogenannte Kauf-Miepreis-Verhältnis. Ist das ermittelte Ergebnis kleiner als 15, bedeutet dies, dass ein Eigenheim in aller Regel günstiger zu finanzieren ist als weiterhin Miete zu zahlen. Liegt das Ergebnis hingegen oberhalb von 15, ist das Miete zahlen in der Regel günstiger.

Beispiel
Wie die Wohnungsformel funktioniert, möchten wir am folgenden Beispiel verdeutlichen:
Kaufpreis des Eigenheims: 220.000 Euro
Alternative Miete pro Jahr: 11.800 Euro (kalt)
Berechnung: 220.000 / 11.800 = 18,64

An dem Ergebnis erkennen Sie, dass der Quotient bei 18,64 liegt und daher auf Grundlage der zuvor erläuterten Wohnungsformel eigentlich die Mietzahlung günstiger als die Finanzierung des Eigenheims wäre.

Rücklagen bilden und regelmäßig Sparen: welcher Monatsbetrag ist sinnvoll?

Viele Menschen haben den Willen zu sparen und Rücklagen zu bilden, die dann beispielsweise für die spätere Altersvorsorge genutzt werden können. Zahlreiche Menschen stellen sich jedoch die Frage, welchen Betrag sie sinnvollerweise monatlich sparen sollten. Auf diese Frage gibt es ebenfalls eine Antwort, die sich als Regel zur Orientierung festhalten lässt. Fachleute raten, dass Sie mindestens zehn Prozent Ihres monatlichen Einkommens sparen sollten. Bei einem Gehalt in Höhe von beispielsweise 2.500 Euro pro Monat würde dies bedeuten, dass Sie mindestens 250 Euro zur Seite legen sollten. Diese Werte sind natürlich sehr individuell und können an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.

Tipp
Sparen: mindestens 10 % Ihres monatlichen Nettoeinkommens

Rücklagen für Notfälle: welcher Betrag ist sinnvoll?

Etwas zu unterscheiden vom regelmäßigen Sparen und von normalen Rücklagen sind die sogenannten Notfall-Rücklagen. Auch hier ist die Situation teilweise sehr individuell und es gibt keine einheitliche Größe, die in jedem Fall richtig wäre. Trotzdem lautet eine Regel, dass die Notfallrücklage sich auf durchschnittlich drei bis fünf monatliche Nettogehälter belaufen sollte. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie bei unvorhergesehenen Ausgaben zumindest einen Großteil durch die Rücklagen abdecken können. Mehr Rücklagen zu bilden schadet natürlich nie, wenn das Kapital gut angelegt ist.

Tipp
Rücklagen für Notfälle: 3 bis 5 Nettogehälter


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