Bauspardarlehen

Ratgeber

Das Bauspardarlehen ist ein Angebot der Bausparkasse und bietet eine beliebte Möglichkeit, um ein Immobilienprojekt finanzieren zu können. Die Funktionsweise hat das Solidarprinzip zur Grundlage, wobei jeder Bausparer in einen Topf einzahlt. Wenn das Mindestguthaben erreicht ist, kann man ein zinsgünstiges Darlehen beantragen. Dieses Darlehen darf ausschließlich für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Hierzu zählen Neubauten, der Kauf von bestehenden Gebäuden sowie Modernisierungen und Umbauten.

Durch das vielfältige Angebot der 4 österreichischen Bausparkassen können Laufzeiten und andere Details individuell auf die Bedürfnisse einzelner angepasst werden. Der Mindestzins bei einem Bauspardarlehen liegt bei 1,9% und die Zinsobergrenze beträgt allgemein 6%. Die Darlehenssumme gestaltet sich bei jedem sehr unterschiedlich und liegt derzeit pro Person bei maximal 180.000 Euro.

Wie funktioniert ein Bauspardarlehen?

Das Bauspardarlehen basiert auf einem Vertrag, welcher zwischen dem Verbraucher und der Bausparbank geschlossen wird. In diesem Vertrag wird die gesamte Bausparsumme festgelegt. Daraus lassen sich die Höhe der individuellen Sparrate und das Bauspardarlehen errechnen. Das Bausparen gliedert sich in drei Phasen, welche von jedem in unterschiedlicher Laufzeit durchlaufen werden. Diese erste Phase wird Ansparphase bezeichnet, die zweite ist die Zuteilung und zuletzt folgt die Darlehensphase.

In den meisten Fällen beträgt die monatliche Sparleistung 0,3 % der Bausparsumme. Generell muss ein Guthaben von 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme aufgebaut werden, um sich das Bauspardarlehen auszahlen zu lassen. Die Auszahlung erfolgt immer an einem festgelegten Zuteilungstermin, insofern die Zielbewertungszahl erreicht wurde. Das angesparte Kapital kann nun mit Zinsen für das neue Immobilienprojekt verwendet werden. Ab dem Zeitpunkt der Auszahlung fängt die Phase an, in welcher er das Darlehen tilgen muss.

Die Ansparphase

Da in den meisten Tarifen ein Guthaben von 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme aufgebaut werden muss, gibt es eine sogenannte Ansparphase. In dieser Zeit wird in monatlichen Raten ein festgelegter Betrag auf das Bausparkonto eingezahlt. Der Restbetrag wird von der Bausparbank als Darlehen zur Verfügung gestellt. Meist haben Bausparer die Möglichkeit, ihr gespartes Guthaben durch Sonderzahlungen schneller zu füllen.

Die Zuteilung

Die Zuteilung wird mit einem Termin festgemacht. An diesem Termin erhält der Bausparer das vereinbarte Darlehen ausgezahlt. Um einen solchen Zuteilungstermin zu erhalten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Als wichtigster Punkt gilt hierbei, dass das vertraglich festgelegte Mindestguthaben in der vereinbarten Sparzeit erreicht wurde. Diese Sparzeit kann in den meisten Fällen unterschritten, darf jedoch nie überschritten werden. Über einen vorgefertigten Schriftbogen wird der Zuteilungstermin beantragt.

Die Darlehensphase

Hat der Bausparer einen Zuteilungstermin erhalten, beginnt die Darlehensphase, welche die letzte Phase des Bausparens bildet. Die gesamte Summe des Kredites wird dem Bausparer ausgezahlt. Einige Bausparbanken verlangen hierfür eine Gebühr von zwei bis drei Prozent der Darlehenssumme. Der zeitliche Rahmen der Rückzahlung liegt meist zwischen sechs und neun Jahren. Durch diese kurze Laufzeit ergeben sich meist hohe monatliche Rückzahlungsraten. Diese setzen sich aus dem festgelegten Darlehenszins und der vereinbarten Tilgung zusammen. Eine monatliche Kontoführungsgebühr in der Darlehensphase darf von den Banken nicht mehr verlangt werden.

Für wen eignet sich ein Bauspardarlehen?

Bei einem Bauspardarlehen gilt generell, je früher desto besser. Bereits Jugendliche ab 16 Jahren können bei ihrer Bausparbank einen solchen Vertrag abschließen und damit schon sehr früh ins Eigenheim investieren. Es empfiehlt sich früh genug einen Bausparvertrag abzuschließen, da bis zur Auszahlung des Darlehens oftmals sehr viele Jahre vergehen können. Auch wenn ein Hauskauf zur Zeit des Abschlusses noch keine Rolle spielt, sind Bausparer einige Jahre später froh über ihre frühere Entscheidung.

Um überhaupt ein Bauspardarlehen erhalten zu können, muss die Bank den zukünftigen Bausparer als kreditwürdig eingestuft haben. Hierbei werden alle Schufa-Einträge herangezogen und geprüft. Bei zu vielen Negativeinträgen kann ein Bauspardarlehen von der Bank verweigert werden.

Ein Bausparsofortdarlehen erleichtert den Weg zu einem Darlehen und beschleunigt den gesamten Prozess. Hierbei müssen jedoch mit höheren Raten gerechnet werden, welche die kürzere Laufzeit kompensieren.

Welche Vorteile bringt ein Bauspardarlehen?

Ein sehr großer Vorteil des Bauspardarlehens ist die Zinssicherheit über die gesamte Laufzeit. Hohe Zinssätze des aktuellen Marktes können das Darlehen nicht negativ beeinflussen. Zudem wurde eine gesetzliche Zins-Obergrenze von 6% geschaffen und bietet damit eine bessere Vorhersehbarkeit für spätere Rückzahlungen. Sondertilgungen können jederzeit getätigt werden. Auf diese Weise füllt sich das Guthaben des Bausparers sehr schnell und der Mindestbetrag für eine Auszahlung des Darlehens ist eher erreicht. Kostenlose Sondertilgungen bieten für Bausparer höchste Flexibilität und sind daher sehr beliebt. Sollte ein Bausparer sich dafür entscheiden, gleichzeitig eine Wohnbauförderung zu genießen, so ist er bei der Grundbucheintragung von den Gebühren befreit.

Ein weiterer Vorteil des Bausparens ist, dass Bausparverträge von Bausparkassen als sehr sichere Anlageform gelten. Aufgrund der festgelegten Verzinsung können keine Kursrisiken entstehen. Zudem gibt es unterschiedliche staatliche Förderungen, welche Bausparer beantragen können. Hierzu zählen die Wohnungsbauprämie, die Wohnriester sowie eine Arbeitnehmersparzulage.

Nachteile

Die Konditionen des Bauspardarlehens sind oftmals intransparent, was auf die hohen Nebenkosten zurückzuführen ist. Zu diesen Nebenkosten zählt beispielsweise die Abschlussgebühr. Die Zinsen für angespartes Guthaben fallen zudem in der ersten Phase des Bauspardarlehens eher gering aus. Ein weiterer Nachteil bildet sich durch den Zeitpunkt der Auszahlung. Dieser ist nicht garantiert und erst möglich, wenn der Mindestbetrag eingezahlt wurde.

Auch die eher kurze Rückzahlungsdauer kann sich für den Bausparer zum Nachteil entwickeln. Eine kürzere Laufzeit bedeutet immer eine höhere monatliche Belastung. Es empfiehlt sich daher in vielen Fällen, den zeitlichen Rahmen etwas nach hinten zu strecken, um einen angenehmen Rückzahlungsverlauf zu genießen.